Riot statt Rosen Veranstaltungsreihe

Das Jahr 2021 neigt sich dem Ende.
 
Die Coronapandemie ist noch immer präsent und gilt zurecht als Krise der Frauen, da diese auf vielfältige Weise stärker von der Pandemie betroffen sind. 
Oft gehört haben wir in den vergangenen Monaten, dass Frauen einen größeren Teil der unbezahlten Care Arbeit verrichten. Dass die systemrelevanten Jobs in Pflege, Betreuung und Einzelhandel zu großem Teil sogenannte Frauenberufe sind: Schlecht bezahlt und mit teils prekären Arbeitsbedingungen. 
 
Durch die Verlagerung des Alltags in die eigenen vier Wände stieg unter anderem die Zahl an Betroffenen von häuslicher Gewalt, genauso wie durch die Frustration von Männern durch verlorene Spiele während der Fußball EM. Immer wieder gibt es Meldungen von Femiziden, wie zuletzt Ende September in Hannover-Stöcken. 
Zudem erschweren die geplante Förderungsrichtlinie für Frauenhäuser und Beratungsstellen die Arbeit dort und verhindern, dass Betroffene Schutz finden. 
 
Moment mal, ist das Patriarchat durch Corona zurückgekehrt? Nein, das Patriarchat war nie weg! 
 
Das Patriarchat ist ein gesellschaftliches System, das die symbolische Macht dem Mann überträgt. FLINT (Frauen, Lesben, Inter, Trans) haben sich der männlichen Dominanz unterzuordnen. Damit einher gehen Ungleichbehandlungen, Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt. Dabei ist stets auf das Zusammenwirken der unterschiedlichen Unterdrückungs- und Diskriminierungsformen zu beachten. 
 
Der 20. November ist der Transgender Day of Remebrance. An diesem Tag gedenken wir allen Opfern transphober Gewalt. LSBTI-Feindlichkeit bedeutet für Angehörige der Community, dass sie auch im Jahr 2021 von Attacken auf offener Straße, von Anfeindungen und Gewalt betroffen sind. 
Der 25. November ist der Tag gegen Gewalt an Frauen. An diesem Tag soll an die Betroffenen und Opfer von patriarchaler Gewalt gedacht werden. Im Jahr 2021 wurden in Deutschland 103 Frauen durch Männer getötet, 120 Frauen wurden verletzt. 
 
Diese Patriarchale Gewalt, begegnet *uns* in sämtlichen gesellschaftlichen Sphären.
Ob im Beruf, in der Schule, im Studium oder Ausbildung, im Privaten und unserer Freizeit – und sie macht auch vor der digitalen Welt nicht halt.Die #Metoo Debatte im Jahr 2017 hat zwar einiges angestoßen, doch zu wirklichen Veränderungen im Umgang mit sexualisierter Gewalt hat sie in Deutschland nicht geführt, wie man an aktuellen Beispielen wie der BILD-Zeitung sehen kann. 
 
Auch auf internationaler Ebene sehen wir bedrohliche Entwicklungen, wie etwa in Afghanistan durch die Rückkehr der Taliban, welche dramatische Auswirkungen auf die dort lebenden Mädchen und Frauen hat. Oder in Amerika, wo die Gesetze zu Abtreibungen in einigen Bundesstaaten immer weiter verschärft werden.
 
Um die Gewalt an Frauen und häusliche Gewalt zu verhindern und zu bekämpfen, wurde das Übereinkommen der Istanbul Konvention zwischen verschiedenen europäischen Staaten getroffen. Doch die Türkei ist bereits wieder aus dem Abkommen ausgetreten, Polen und Kroatien haben Vorbehalte. Auch in Deutschland ist die Istanbul Konvention noch nicht vollständig umgesetzt worden.
 
Die aktuellen Entwicklungen und Zustände bekräftigen uns in unserem feministischen Kampf gegen die herrschenden Verhältnisse. Dabei sind wir nicht alleine. Weltweit kämpfen Frauen gegen unterschiedliche Formen der Unterdrückung und Gewalt und wir wollen uns solidarisch zeigen. 
 
Am 25.11 ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. An diesem Tag soll auf die immer noch vorherrschende tödliche Geschlechterdiskriminierung aufmerksam gemacht werden, die beweist, dass wir – entgegen der *Beschwörungen* und des jahrzehntelangen Engagements – weit entfernt von Gleichberechtigung sind.
 
Stattdessen werden Gebäude orange angeleuchtet, als würde das reichen, um tatsächlich etwas für eine Verbesserung der Situation für Frauen und Mädchen zu tun. Wir begnügen uns aber nicht mit diesen symbolischen Gesten oder Blumen, wie sie am 8. März gerne verteilt werden. 
 
Feministisch kämpfen bedeutet für uns, sexistische Herrschaftsverhältnisse anzugreifen. 
 
Wir fordern: Riot statt Rosen!